Heimatfreunde Weibern auf Entdeckungstour durch die Weiberner Steinbrüche | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Heimatfreunde Weibern auf Entdeckungstour durch die Weiberner Steinbrüche

Von links: Prof. Dr. Viereck, Uwe Kruse, Erwin See und Dr. Schumacher

Es war eine dieser seltenen Gelegenheiten, die man nicht zweimal bekommt: Die Heimatfreunde Weibern durften die Weiberner Tuffsteinbrüche nicht nur besuchen, sondern sie gemeinsam mit zwei ausgewiesenen Experten erkunden, die diese Landschaft lesen können wie ein offenes Buch.

Mit dabei waren Prof. Dr. Lothar Viereck, Geowissenschaftler und Vulkanologe, der bereits in den 1980er‑Jahren seine Doktorarbeit über den Riedener Vulkankomplex verfasste, sowie Dr. Karl‑Heinz Schumacher, Geologe und Denkmalpfleger mit tiefen Wurzeln in der Eifel. Beide engagieren sich im Vorstand der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft in Mendig – und beide nahmen sich einen ganzen Vormittag Zeit, um ihr Wissen zu teilen.

Am 30. April, pünktlich um 9 Uhr, trafen sich sieben neugierige Teilnehmer am Wanderparkplatz. Die Luft war frisch, die Sonne lächelte, die Stimmung erwartungsvoll. Schon nach wenigen Schritten öffnete sich der Blick auf die erste Station: die Windkaul, wo die Firma Kalenborn bis heute Tuff abbaut.

Von dort führte die Route weiter zum Alten Berg (Abbau Mendiger Basalt), zur stillgelegten Weichlay und zu den ruhigen, überwachsenen Brüchen In der Lärchen. Hier wurde es besonders persönlich: Hermann Hilger, Jahrgang 1939, der selbst noch als Steinmetz in den Brüchen gearbeitet hatte, erzählte Anekdoten aus einer Zeit, als der Abbau noch harte Handarbeit war. Seine Erinnerungen ließen die Vergangenheit für einen Moment wieder lebendig werden.

Den Abschluss der Tour bildete die Sandkaul am Ende der Bergstraße. Auch sie präsentierte sich wie ein offenes Buch, dessen Seiten aus unzähligen Schichten bestehen. In den Wänden waren Spuren der Eiszeit ebenso erkennbar wie Hinweise auf längst vergangene fließende und stehende Gewässer. Für die Teilnehmer wurde hier noch einmal deutlich, wie lebendig und vielschichtig die geologische Vergangenheit der Region ist. Und genau das taten Viereck und Schumacher: Fünf Stunden lang erklärten sie mit Leidenschaft, Humor und beeindruckender Fachkenntnis, wie man in einem Steinbruch lesen kann wie in einem Archiv der Erdgeschichte.

Sie zeigten, wie Schichten, Farben, Einschlüsse und Bruchkanten Hinweise geben auf Vulkanausbrüche, Ablagerungen und tektonische Bewegungen – und warum es so wichtig ist, diese Landschaft aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Mal standen alle dicht gedrängt an einer Felswand, mal schweifte der Blick über weite Abbauflächen, mal wurde ein unscheinbarer Stein zum Schlüssel für ein ganzes Kapitel der regionalen Geologie. Am Ende waren die Beine müde, aber die Köpfe voller Eindrücke – und die Heimatfreunde hatten nicht nur Steinbrüche gesehen, sondern eine Reise durch Jahrtausende vulkanischer Geschichte erlebt.